Zwei Monate nach dem Mac mini setzt Apple seinen M6 nun auch im Einstiegs-MacBook-Pro mit 14 Zoll und im 24-Zoll-iMac ein. Äußerlich ändert sich an beiden Rechnern nichts. Innen gibt es je zwei zusätzliche CPU- und GPU-Kerne, eine doppelt ausgelegte Neural Engine sowie Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Das MacBook Pro wird dabei erneut teurer, beim iMac bleibt es bei den im Sommer angehobenen Preisen. Seit diesem Mittwoch lassen sich beide Geräte vorbestellen, ausgeliefert wird ab Freitag, 6. November.

Der M6: zwei „Super-Kerne“ obendrauf

Laut Apples technischen Daten besteht die 12-Kern-CPU des M6 aus zwei Hochleistungskernen, die Apple „Super-Kerne“ nennt, vier Performance- und sechs Effizienzkernen. Der M5 im Vorgänger hatte zehn Kerne, vier Performance- und sechs Effizienzkerne. Die GPU wächst von zehn auf zwölf Kerne, jeder mit einem Neural Accelerator für KI-Berechnungen, dazu kommt eine Raytracing-Einheit der dritten Generation. Die Neural Engine ist jetzt doppelt vorhanden („Dual 16-Core“).

Nach Angaben von Apple rechnet die GPU bis zu 30 Prozent schneller als beim M5, KI-Aufgaben wie das Verarbeiten von LLM-Prompts sollen bis zu 25 Prozent zulegen, die Neural Engine bis zu 1,9-mal so schnell sein. Für konkrete Anwendungen – Raytracing in Blender, Kompilieren in Xcode, Bildbearbeitung in Affinity – nennt Apple Faktoren zwischen 1,2 und 1,3. Als Vergleich diente laut Fußnote ein M5-MacBook-Pro mit 32 GByte Arbeitsspeicher und 4 TByte SSD. Unabhängige Messungen liegen noch nicht vor.

Ein wichtiges Detail steht nur in den technischen Daten: Die beworbene Speicherbandbreite von 170 GByte/s erreicht der M6 ausschließlich mit 24 oder 32 GByte RAM. In der Grundausstattung mit 16 GByte bleibt es bei 153 GByte/s, so viel schaffte schon der M5. Zum Fertigungsverfahren macht Apple weder in den Pressemitteilungen noch in den Datenblättern Angaben. Mac & i bezeichnet den M6 als Apples ersten 2-Nanometer-Chip, eine Bestätigung von Apple gibt es dafür nicht.

MacBook Pro: gleicher Akku, höherer Preis

Beim 14-Zoll-MacBook-Pro bleibt ansonsten alles beim Alten: Liquid-Retina-XDR-Display mit bis zu 1600 Nits HDR-Spitzenhelligkeit (optional mit Nanotexturglas), drei Thunderbolt-4-Ports, HDMI, SDXC-Kartenleser, MagSafe 3, Kopfhörerbuchse, bis zu zwei externe Monitore und 1,55 Kilogramm Gewicht. Neu ist die Funkanbindung: Statt Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 beherrscht das Notebook jetzt Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.

Apple bewirbt eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden als „die längste, die es je bei einem Mac gegeben hat“. Der Wert gilt für Video-Streaming, beim Surfen per WLAN nennt Apple bis zu 16 Stunden. Beides hatte Apple schon für das M5-Modell angegeben, auch der Akku ist mit 72,4 Wattstunden gleich geblieben.

In Deutschland kostet das MacBook Pro mit M6 ab 2.299 Euro (Bildungspreis 2.179 Euro), mit 16 GByte RAM und 1 TByte SSD. Maximal sind 32 GByte und 4 TByte möglich. Das sind 100 Euro mehr als zuletzt für das M5-Modell. Zum Marktstart im Oktober 2025 hatte Apple für das M5-MacBook-Pro noch 1.799 Euro verlangt, damals allerdings mit 512 GByte SSD. Im Frühjahr fiel diese Konfiguration weg, im Juni hob Apple die Preise zahlreicher Macs und iPads an und begründete das laut Reuters mit beispiellos gestiegenen Kosten für Speicherbausteine. In den USA bleibt es mit 1.999 US-Dollar beim Preis, den das M5-Modell seit Juni kostete. Jede RAM-Stufe schlägt laut Macwelt mit 220 Euro zu Buche, das Nanotexturglas mit 165 Euro.

iMac: Sprung vom M4, weiterhin 256 GByte SSD

Für den iMac ist es ein Sprung über eine Generation, einen iMac mit M5 hat es nie gegeben. Apple vergleicht deshalb mit dem M4-Modell und verspricht bis zu 1,5-mal schnelleres Arbeiten in Excel, bis zu doppelte Grafikleistung und eine bis zu fünfmal schnellere Prompt-Verarbeitung lokaler Sprachmodelle in LM Studio. Hinzu kommen eine laut Apple bis zu doppelt so schnelle SSD sowie Wi-Fi 7 und Bluetooth 6. Das 24-Zoll-Display mit 4,5K-Auflösung und 500 Nits bleibt, ebenso die sieben Farben.

Symbolbild (Vorgängermodell): iMac mit M1 in Blau aus dem Jahr 2021 in einem Ladengeschäft

Bild: Symbolbild, iMac mit M1 (2021, Vorgängermodell) – Foto: Jelican9, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie gehabt gibt es zwei Ausstattungslinien. Das Einstiegsmodell für 1.799 Euro (Bildungspreis 1.739 Euro) nutzt einen beschnittenen M6 mit zehn CPU-Kernen (zwei Super-, drei Performance-, fünf Effizienzkerne) und zehn GPU-Kernen. Es hat nur zwei Thunderbolt-/USB-4-Ports, steuert einen externen Monitor an und lässt sich höchstens mit 24 GByte RAM bestellen. 2,5-Gigabit-Ethernet gibt es hier nur gegen Aufpreis. Für 1.999 Euro (Bildungspreis 1.879 Euro) bekommst du den vollen M6, vier Thunderbolt-4-Ports, 2,5-Gigabit-Ethernet, Platz für bis zu 32 GByte RAM und optional Nanotexturglas. Beide Varianten starten mit 16 GByte Arbeitsspeicher und einer SSD mit nur 256 GByte. Die Euro-Preise entsprechen denen des M4-iMac nach der Erhöhung im Juni.

Für die Oberklasse gibt es keinen M6

Ebenfalls am Mittwoch schob Apple das erwartete MacBook Pro mit OLED-Bildschirm nach. Das „PROLED XDR“ genannte Tandem-OLED-Display erreicht laut Apple bis zu 2000 Nits und bringt erstmals Touch-Bedienung auf den Mac, die Gehäuse in 14 und 16 Zoll sind dünner und leichter. Im Inneren stecken aber M5 Pro und M5 Max, kein M6. Die Preise beginnen in Deutschland bei 3.299 Euro für das 14-Zoll- und 3.899 Euro für das 16-Zoll-Modell. Einen M6 Pro oder M6 Max hat Apple bislang nicht angekündigt. Wer mehr als 32 GByte RAM, Thunderbolt 5 oder mehr als zwei externe Monitore braucht, landet also weiterhin bei M5 Pro und M5 Max.

Für wen sich der Umstieg lohnt

Wer ein MacBook Pro mit M5 besitzt, hat wenig Grund zum Wechsel: zwei Kerne mehr, Wi-Fi 7 und nach Apples eigenen Anwendungswerten 20 bis 30 Prozent mehr Tempo – bei gleichem Display, gleichem Akku und gleichen Anschlüssen. Anders sieht es bei M1- und Intel-Macs aus. Gegenüber einem 13-Zoll-MacBook-Pro mit M1 verspricht Apple bis zu elfmal schnellere Grafik und bis zu 13-mal schnellere KI-Berechnungen, dazu bis zu vier Stunden mehr Laufzeit und einen zusätzlichen Thunderbolt-Port.

Wenn du neu kaufst und lokal mit Sprachmodellen arbeiten willst, solltest du über 24 GByte RAM nachdenken. Das bringt nicht nur Platz für größere Modelle, erst damit liegt auch die höhere Speicherbandbreite an. Mehr als 32 GByte gibt es beim M6 nicht, was laut Mac & i nur kleinere lokale Modelle zulässt. Beim iMac sind 256 GByte SSD für 1.799 Euro knapp bemessen. Wer Fotomediatheken oder Videoprojekte lokal speichert, kommt um ein Speicher-Upgrade oder eine externe SSD kaum herum. Bis zur Auslieferung am 6. November dürften erste unabhängige Tests zeigen, ob die Herstellerangaben in der Praxis halten.

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