Für Sternfreunde gilt der November als schwieriger Monat: Die Nächte sind lang, aber oft trüb. Wer trotzdem eine klare Nacht erwischt, bekommt am Nachthimmel im November 2026 einiges geboten, vor allem frühmorgens. Mars und Jupiter ziehen im Sternbild Löwe dicht aneinander vorbei, die Leoniden erreichen ihr Maximum in weitgehend mondfreien Stunden, Venus und Merkur zeigen sich in der Morgendämmerung. Abends steht Saturn am Himmel, und der Vollmond am 24. November kommt der Erde vergleichsweise nahe.
Die Monatsvorschau der NASA vom 2. November nennt Zeiten für die USA. Wir haben die Zeiten für Mitteleuropa mit der freien Python-Bibliothek PyEphem für Frankfurt, Wien und Zürich berechnet und mit timeanddate.de, dem Meteorstrom-Kalender der International Meteor Organization (IMO) sowie europäischen Himmelsvorschauen abgeglichen. Alle Angaben sind ungefähre Zeiten in MEZ.
Mondphasen im November 2026: Wann es wirklich dunkel wird
- Neumond: 9. November, 8:02 Uhr
- Erstes Viertel: 17. November, 12:47 Uhr
- Vollmond: 24. November, 15:53 Uhr
- Letztes Viertel: 1. Dezember, 7:08 Uhr (die NASA nennt für die US-Pazifikzeit den 30. November)
Die dunkelsten Abende liegen damit in der ersten Monatshälfte. Ab Monatsmitte stört der zunehmende Mond am Abend, er geht am 17. November aber noch vor Mitternacht und in der Nacht zum 19. November gegen 1 Uhr unter. Die Morgenstunden bleiben in diesen Tagen dunkel.
Tauriden und Leoniden: Sternschnuppen bei wenig Mondlicht
Die beiden Zweige der Tauriden stammen vom Kometen 2P/Encke. Sie liefern wenige, aber oft langsame und helle Meteore, die NASA erwähnt gelegentliche Feuerkugeln. Das Maximum der Südlichen Tauriden gibt die IMO für den 5. November an (ZHR 5 bis 10), das der Nördlichen Tauriden für den 12. November (ZHR rund 5), wobei Letztere eher ein Plateau über rund zehn Tage zeigen. Am 5. November geht die abnehmende Mondsichel erst gegen 3 Uhr auf, am 12. November ist die junge Sichel schon zwischen 18 und 18:30 Uhr untergegangen. Der Radiant im Stier steht gegen 1 Uhr am höchsten.
Höhepunkt des Monats sind die Leoniden, Staubteilchen des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Sie sind vom 6. bis 30. November aktiv und treffen mit rund 71 Kilometern pro Sekunde auf die Atmosphäre. Das Maximum erwartet die IMO am 17. November um 23:45 Uhr Weltzeit, also in der Nacht zum 18. November gegen 0:45 Uhr MEZ, mit einer ZHR von etwa 15. Modellrechnungen sagen nur Begegnungen mit dünnen Staubspuren voraus, einen Ausbruch mit stark erhöhten Raten erwartet die IMO nicht.
Der Mond im ersten Viertel geht am 17. November in Frankfurt um 23:54 Uhr unter, in Wien um 23:26 Uhr und in Zürich um Mitternacht. Der Radiant im Löwen geht erst gegen 23 Uhr auf und klettert bis zum Morgen auf gut 55 Grad Höhe. Am meisten siehst du deshalb etwa ab 2 Uhr bis zum Beginn der astronomischen Dämmerung gegen 5:45 Uhr (in Wien rund eine halbe Stunde früher). Die ZHR gilt für perfekt dunklen Himmel mit dem Radianten im Zenit, real siehst du laut NASA meist weniger.
Mars und Jupiter: enge Begegnung im Löwen
Mars und Jupiter gehen Mitte November gegen 23:30 Uhr auf und stehen gegen 6 Uhr hoch am Südhimmel. Am Morgen des 16. November kommen sie sich am nächsten: Der Abstand schrumpft auf etwa 1,2 Grad, gut zwei Vollmondbreiten. NASA, das Royal Observatory Greenwich und Sterngucker.de nennen übereinstimmend diesen Wert, unsere Rechnung ergibt das Minimum gegen 3 Uhr MEZ.

Bild: Mars (oben) und Jupiter mit den vier Galileischen Monden bei ihrer Begegnung im August 2024 (Symbolbild) – Foto: Sebas FL, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Jupiter ist mit −2,0 mag deutlich heller, Mars mit +0,7 mag schwächer und rötlich. Die Nähe ist reine Perspektive: Nach unserer Rechnung ist Mars rund 195 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, Jupiter rund 790 Millionen. Ein Fernglas zeigt beide bequem in einem Gesichtsfeld. Am 26. November zieht Mars laut Sterngucker.de etwa 1,7 Grad am hellen Stern Regulus vorbei, am Morgen des 30. November gesellt sich der abnehmende Mond zu Mars, Jupiter und Regulus.
Venus, Merkur, Saturn und Uranus im November
Venus ist Morgenstern. Laut der Sternwarte Gahberg des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut taucht sie ab etwa 5. November tief im Südosten auf, rund eine Stunde vor Sonnenaufgang, und wird im Monatsverlauf höher und heller; ihren größten Glanz erreicht sie am 29. November. Am 7. November steht sie mit der schmalen Mondsichel beim Stern Spica, am 9. November beträgt ihr Abstand zu Spica laut Sterngucker.de nur gut ein Grad.
Merkur erreicht um den 20. und 21. November mit knapp 20 Grad seinen größten westlichen Winkelabstand zur Sonne. Suche ihn etwa 45 Minuten vor Sonnenaufgang rund zehn Grad über dem Horizont im Südosten. Ein Fernglas hilft, gehört aber vor Sonnenaufgang weggepackt, damit du nicht versehentlich in die Sonne blickst.
Am Abendhimmel ist Saturn der auffälligste Planet. Er steht nach Einbruch der Dunkelheit im Südosten und erreicht Mitte November gegen 21 Uhr knapp 40 Grad Höhe. Am Abend des 20. November steht der zunehmende Mond wenige Grad unter ihm. Uranus kommt am 25. November in Opposition und steht dann die ganze Nacht im Stier zwischen Plejaden und Hyaden. Mit +5,6 mag brauchst du so kurz nach Vollmond ein Fernglas und eine Aufsuchkarte.
Vollmond am 24. November: Was am „Supermond“ dran ist
Der Vollmond geht am 24. November im Osten auf, kurz bevor im Westen die Sonne untergeht: in Frankfurt um 15:49 Uhr, in Wien um 15:28 Uhr, in Zürich um 16:05 Uhr. Dicht über dem Horizont wirkt er besonders groß, das ist aber eine Wahrnehmungstäuschung.
NASA und Royal Observatory nennen diesen Vollmond einen Supermond, laut NASA ist es der erste von dreien in Folge (November, Dezember, Januar). Der Begriff stammt nicht aus der Astronomie: Geprägt hat ihn 1979 der US-Astrologe Richard Nolle, eine verbindliche Definition gibt es nicht. Gemeint ist ein Vollmond nahe dem erdnächsten Bahnpunkt, dem Perigäum. Beim Vollmond ist der Mond etwa 360.800 Kilometer entfernt, das Perigäum erreicht er am 25. November gegen 22 Uhr mit rund 359.350 Kilometern. Das Portal timeanddate.de zieht die Grenze bei 360.000 Kilometern und zählt deshalb erst den Vollmond am 24. Dezember als Supermond.
Mit bloßem Auge fällt der Unterschied kaum auf. Das Royal Observatory beziffert ihn auf bis zu 7 Prozent mehr Durchmesser und 15 Prozent mehr Helligkeit als bei einem durchschnittlichen Vollmond, die NASA spricht von einem subtilen Effekt.
Tipps: So klappt die Beobachtung im November
Das größte Hindernis ist das Wetter. Im Mittel der Jahre 1991 bis 2020 kommt Deutschland im November laut Deutschem Wetterdienst auf nur 55 Sonnenstunden. Bei ruhigem Hochdruckwetter hält sich unter einer Inversion oft tagelang Hochnebel, höher gelegene Orte ragen dann häufig darüber hinaus. Prüfe deshalb die Wolken- und Nebelprognose und weiche notfalls ins Mittelgebirge oder Voralpenland aus.
Je dunkler der Standort, desto mehr siehst du. Sternenparks wie das Westhavelland, die Rhön, die Eifel oder der Naturpark Attersee-Traunsee in Österreich bieten besonders dunklen Himmel, aber schon ein Feldweg abseits der Ortsbeleuchtung hilft. Gib deinen Augen rund eine halbe Stunde Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, und meide in dieser Zeit helle Displays. Für Sternschnuppen brauchst du weder Fernglas noch Teleskop, denn sie leuchten irgendwo am Himmel auf. Leg dich warm eingepackt auf eine Isomatte oder einen Liegestuhl und überblicke möglichst viel Himmel. Optik lohnt sich dagegen für Mars, Jupiter und Uranus.
Quellen
- NASA: What’s Up: November 2026 Skywatching Tips from NASA (02.11.2026)
- International Meteor Organization: 2026 Meteor Shower Calendar (PDF, Hrsg. Jürgen Rendtel) (2025)
- timeanddate.de: Mond in Frankfurt am Main, November 2026 (ohne Datum)
- timeanddate.de: Mond in Wien, November 2026 (ohne Datum)
- timeanddate.de: Mond in Zürich, November 2026 (ohne Datum)
- timeanddate.de: Mondphasen 2026 für Frankfurt am Main (ohne Datum)
- timeanddate.de: Perigäum und Apogäum des Mondes 2026 (ohne Datum)
- timeanddate.de: Was ist ein Supermond? (ohne Datum)
- Royal Museums Greenwich: Night sky highlights November 2026 (08.10.2026)
- BBC Sky at Night Magazine: November 2026 stargazing roundup (02.11.2026)
- Sterngucker.de: Sternenhimmel im November 2026: Planeten, Sternschnuppen & Sternbilder (Stand 17.10.2026)
- Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut (Sternwarte Gahberg): Der Sternenhimmel im November 2026 (28.10.2026)
- Astronomischer Arbeitskreis Salzkammergut: Podcast „Mars trifft Jupiter im Löwen, Venus wird Morgenstern – November 2026“ (ohne Datum)
- National Geographic: What Is a Supermoon? (ohne Datum)
- Deutscher Wetterdienst: Thema des Tages „Graue Suppe“ (26.11.2024)
- Deutsche Zentrale für Tourismus: Top spots for astronomy fans (ohne Datum)
- Land Oberösterreich: Ein Jahr Sternenpark Attersee-Traunsee (04.04.2022)
Bildnachweis
- Aufmacher: Leonid Meteor (Maximum 2009, Ausschnitt) von Navicore, Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
- Im Text: Conjunction of Mars and Jupiter (14. August 2024) von Sebas FL, Lizenz CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons