Wer eine Radeon RX 7900 von ASRock betreibt, sollte vor dem nächsten BIOS-Update genau hinsehen. Ein von ASRock veröffentlichtes vBIOS-Update – gedacht zur Absicherung gegen eine von AMD dokumentierte Schwachstelle – hat mehreren Berichten zufolge einzelne Karten dauerhaft zum Schwarzbildschirm gebracht. Betroffen sind laut ComputerBase die Modelle Phantom Gaming und Taichi (inklusive der weißen Taichi-Variante). AMD bestätigte, dass bislang keine aktive Ausnutzung der zugrundeliegenden Lücke bekannt sei.

Konkret geht es um ein Update, das ASRock am 29. Oktober 2026 für zehn Modelle der Radeon-RX-7000-Serie herausgegeben hat. Zum Einsatz kam dafür das Tool ASRVBFlash in Version 1.0.5. Als Grund nennt ASRock die Behebung der Sicherheitslücke mit der AMD-Kennung AMD-SN-6023 – Details zu Typ und Ausnutzbarkeit hat AMD bisher nicht veröffentlicht. Nach dem Flash startet das System bei betroffenen Karten laut Nutzerberichten nicht mehr sauber: Es bleibt vor dem Laden von Windows bei einem schwarzen Bildschirm. Entfernt man die Grafikkarte, bootet das System wie gewohnt.

Welche Karten betroffen sind

Die bisher gemeldeten Ausfälle betreffen laut ComputerBase konkret folgende ASRock-Modelle: Radeon RX 7900 XT Phantom Gaming, Radeon RX 7900 XTX Phantom Gaming und Radeon RX 7900 XTX Taichi (regulär und als weiße Variante). Die Fälle traten unabhängig vom verwendeten Mainboard verschiedener Hersteller auf; das Problem liegt also nicht an der restlichen Hardware. Wie viele Karten insgesamt ausgefallen sind, ist bislang unbekannt – ComputerBase schreibt dazu ausdrücklich: „Wie viele Karten insgesamt ausgefallen sind, ist unbekannt“. Das ist kein pauschales Problem aller RX-7900-Karten anderer Hersteller, sondern bislang ein konkretes Problem bei ASRock-Modellen nach dem ASRVBFlash-Update.

AMD hat auf Nachfrage mitgeteilt, dass nach eigener Kenntnis bisher keine Fälle einer aktiven Ausnutzung der Schwachstelle AMD-SN-6023 vorliegen. Weitergehende Angaben zur Lücke selbst – also etwa, wie sie ausnutzbar wäre und ob andere Hersteller Updates in Vorbereitung haben – fehlen bislang. Auch ASRock hat sich öffentlich noch nicht ausführlich zu den Problemmeldungen geäußert. Die betreffenden Downloads sind zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels teilweise nicht mehr abrufbar.

ASUS TUF Gaming Radeon RX 7900 XTX OC Edition Grafikkarte

Symbolbild: ASUS TUF Gaming Radeon RX 7900 XTX OC Edition. Die konkreten Problemfälle betreffen ASRock-Modelle, nicht dieses ASUS-Modell. Foto: MoreThanTech, Lizenz CC BY 3.0, via Wikimedia Commons.

Was du jetzt tun solltest

Wer eine ASRock-Radeon aus der RX-7000-Reihe besitzt, sollte das Update nicht blind einspielen. Eine Prüfung in wenigen Schritten:

  1. Modell und BIOS-Version prüfen. Unter Windows mit GPU-Z (gpuz.techpowerup.com) oder über die AMD Software → „System“ → „Hardware“ nachsehen, welche Karte und welches vBIOS installiert sind.
  2. Aktuelle vBIOS-Version notieren. Wer noch kein Update eingespielt hat, sollte die aktuelle Version sichern – im Zweifel mit dem Hersteller-Tool (ASRVBFlash /save) in eine Datei schreiben und an einen sicheren Ort kopieren.
  3. Update aussetzen, bis ASRock Entwarnung gibt. Solange ASRock nicht erklärt, welche Karten tatsächlich betroffen sind und welche nicht, ist Zuwarten die sicherere Option. AMD selbst hat keine aktive Ausnutzung der Lücke gemeldet.
  4. Bei bereits defekter Karte: nicht aufgeben. In den Nutzerberichten funktionieren bisher zwei Wege: Entweder ein externes EEPROM-Programmiergerät (Spezial-Hardware, zum Beispiel CH341) oder der Trick, eine zweite funktionierende Karte in den ersten PCIe-Slot zu setzen, die betroffene in den zweiten, und dann den Flash erneut auszuführen. Beides ist nichts für Einsteiger – wer sich das nicht zutraut, sollte die Karte als Garantiefall an den Händler schicken.

Zum Umgang mit der Garantie gibt es laut ComputerBase keine einheitliche Linie. In einigen Fällen hat ASRock die Karten im Rahmen der Herstellergarantie getauscht, in anderen wurden Reparaturanfragen zurückgewiesen, wenn Nutzer das Update selbst installiert hatten. Wer Garantieansprüche durchsetzen will, sollte den Hersteller schriftlich kontaktieren, auf das offizielle Update verweisen und einen klaren Fehlerbericht liefern.

Einordnung

Fehlgeschlagene vBIOS-Updates sind selten, aber nicht neu. Kritisch ist diesmal die Kombination aus Sicherheitsbezug und zerstörter Boot-Fähigkeit: Weil AMD die Lücke AMD-SN-6023 nicht im Detail erklärt, wissen Nutzer nicht, wie dringend das Update eigentlich ist. Gleichzeitig legt das Update die Karte so stark lahm, dass das System ohne sie gar nicht startet. Wer selten updatet, sollte das nicht als Rückschluss auf AMDs oder AMDs Boardpartner generelle Software-Qualität lesen – gerade bei Spezial-Updates wie vBIOS gilt aber: erst in Nutzerforen und Hersteller-Freigaben nachlesen, dann flashen.

Interessant ist am Rande, dass das Problem bislang nur ASRock-Modelle betrifft, obwohl die Schwachstelle AMD selbst zugeordnet wird. Entweder hat ASRock den Patch anders umgesetzt als andere Partner, oder andere Boardpartner haben noch gar kein Update ausgerollt. Das zeigt, wie unterschiedlich die Verantwortlichkeiten in der GPU-Lieferkette liegen: AMD definiert die Firmware-Grundlage, die Partner wie Sapphire, Gigabyte, ASRock oder PowerColor passen sie an ihre Hardware an. Fehler in diesem Übergang sind schwer von außen zu erkennen – umso wichtiger, dass die betroffenen Hersteller sauber kommunizieren, welche Konfiguration genau Probleme macht und welche nicht.

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